Orientierungswert

In der Vergangenheit orientierte sich die Budgeterhöhung in den Krankenhäusern immer an der Grundlohnsumme (§ 71 Abs. 3 SGB V). Die Grundlohnsumme ergibt sich aus allen beitragspflichtigen Löhnen und Gehältern, aus denen Krankenversicherungsbeiträge zu leisten sind.

 

Nun wurde der Orientierungswert eingeführt. Er bildet sich aus den Personalkosten- und den Sachkostensteigerungen und wird vom Statistischen Bundesamt ermittelt.

 

„Ab 2013 ist nicht mehr die Grundlohnrate für die Anpassung der Krankenhauspreise relevant, sondern die Kostenentwicklung in den Krankenhäusern. Jedoch gilt der Orientierungswert nicht eins zu eins. Vielmehr ist eine Selbstverwaltungslösung mit Verhandlungskorridor geplant: Die Grundlohnrate ist die untere Grenze, der Orientierungswert die obere. Einigen sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der GKV-Spitzenverband nicht, wird die Bundesschiedsstelle angerufen. Da der jetzt berechnete Orientierungswert (2,0 Prozent) aber unterhalb der vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Grundlohnrate (2,03 Prozent) liegt, erübrigen sich die Verhandlungen zwischen den Krankenhäusern und den Kassen."

 

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 2012
http://www.aerzteblatt.de/archiv/131605/Krankenhauspreise-Der-Orientierungswert-liegt-unter-der-Grundlohnrate