Das Patientenklassifikationssystem

Ähnlich wie auch im DRG-System wird im PEPP-System jeder entlassene Behandlungsfall klassifiziert, d.h. er wird einer genau definierten Fallgruppe zugeordnet. Dies geschieht nicht einfach so. Hinter der Zuordnung verbirgt sich ein umfangreiches und nicht unkompliziertes Regelwerk. An dieser Stelle möchten wir Ihnen dieses Regelwerk schrittweise näher bringen.

Um den Aufbau des Klassifikationssystems zu verstehen, betrachten wir die PEPP-Notation genauer.


Jede vom InEK definierte Fallgruppe besitzt einen fünfstelligen Kode. Die ersten beiden Stellen definieren die sogenannte Strukturkategorie (SK). Diese wird primär über die Wahl der Fachabteilung sowie über die Behandlungsart gesteuert.

 

Während die erste Stelle die Behandlungsart darstellt, gibt die zweite Stelle an, ob der Behandlungsfall der (Allgemein-) Psychiatrie (A), der Kinder- und Jugendpsychiatrie (K) oder der Psychosomatik (P) zuzuordnen ist. Die Kombination PA steht also beispielsweise für "Psychiatrie, vollstationär". TP steht hingegen für "Psychosomatik, teilstationär".

 

Ist die Strukturkategorie eindeutig ermittelt, folgt in den meisten Fällen eine Konkretisierung der Fallgruppe anhand der Hauptdiagnose. Diese ist klar definiert als die Diagnose, die nach Analyse als diejenige festgestellt wurde, die hauptsächlich für die Veranlassung des stationären Krankenhausaufenthaltes des Patienten verantwortlich ist und nimmt die dritte und vierte Stelle des PEPP-Kodes ein.

 

Einige wenige Fallgruppen sind "diagnosegruppenübergreifend", d.h. sie vereinen eine Vielzahl unterschiedlicher Diagnosen in sich und unterscheiden sie nur noch im Ressourcenverbrauch. Diese Fallgruppen besitzen an dieser Stelle dann die "19" oder die "20".

Die ersten vier Stellen bilden dann die sogenannte Basis-PEPP (BPEPP).

Bis hierhin existiert bereits eine Vielzahl unterschiedlicher Kombinationsmöglichkeiten. Nun fehlt nur noch die letzte Stelle, um die Fallgruppe abschließend und eindeutig zu ermitteln. Diese Stelle ist die Quintessenz des neuen Entgeltsystems. Die letzte Stelle, ein Buchstabe, steht für den durchschnittlichen Ressourcenverbrauch einer Fallgruppe und differenziert eine jede Basis-PEPP nochmals nach ihrem Aufwand. Derzeit gibt es fünf Abstufungen:

  • A: höchster Ressourcenverbrauch
  • B: zweithöchster Ressourcenverbrauch
  • C: dritthöchster Ressourcenverbrauch
  • D: vierthöchster Ressourcenverbrauch
  • Z: keine Unterteilung der Basis-PEPP

Ist auch diese Stelle ermittelt haben wir die endgültige abrechenbare PEPP, die bestenfalls im PEPP-Entgeltkatalog unter den bewerteten Entgelten wiederzufinden ist.