PEPP 2.0

Das neue Vergütungssystem "PEPP" wurde 2009 auf den Weg gebracht. Seitdem ist einiges passiert. Die erste Ausgestaltung ging 2013 an den Start, einige Einrichtungen haben nicht gezögert und sind direkt umgestiegen. Viele Einrichtungen zögerten aus unterschiedlichen Gründen. Das System sei für den Echteinsatz nicht genügend ausgereift, beinhalte zu viele untragbare Fehlanreize und sei in vielen Bereichen nicht sachgerecht, da es den tatsächlichen Auswand nicht adäquat abbilde.

 

2016 reagierte des Gesetzgeber mit Umsetzung des PsychVVG auf die anhaltende Kritik wesentlicher Systembestandteile.

 

Die ursprünglich angestrebten Ziele haben auch im System PEPP 2.0 nach wie vor Bestand:

Durchgängig pauschalierend

Abbildung des Behandlungsaufwandes bestimmter medizinisch unterscheidbarer Patientengruppen

Leistungsorientiert

Durch tagesbezogene (verweildauer-abhängige) Entgelte,

nicht tagesgleiche Vergütung

 

Orientierung an der (degressiven) Behandlungsintensität im zeitlichen Verlauf

Verursachungsgerechte Mittelverteilung

Mehr Erlös für ressourcenverzehrende, komplizierte Behandlungsfälle

 

Wenig(er) Erlös für ressourcenschonende, unkomplizierte Behandlungsfälle


Transparenz schaffen

Anwendung eines einheitlichen und veröffentlichten Entgeltkatalogs zur Fallabrechnung

 

Öffentlicher Krankenhausvergleich

Lernendes System

Jährliche Systemweiterentwicklung durch Anpassung der Klassifikationssysteme OPS und ICD sowie der Fallgruppendefinitionen und des PEPP-Entgeltkatalogs

Qualitätssteigernd & -sichernd

Vorgaben zur Personalausstattung, die sich an den Maßstäben gültiger S3-Leitlinien oder vergleichbarer Dokumente orientieren

 


Gesetzlicher Auftrag

2009 wurden die Selbstverwaltungspartner auf Bundesebene (Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Spitzenverbände der Kranken- und Privaten Krankenkassen) durch die Bundesregierung gemäß  § 17d Krankenhausfinanzierungsgesetz  aufgefordert, ein pauschalierendes, leistungsorientiertes Entgeltsystem zu entwickeln. 

 

Ziele

Das neue System sollte einen Tagesbezug haben, also anders als im DRG-System der somatischen Medizin, das komplette Fälle abbildet. Transparent und lernend sollte es sein, d.h. das System soll sich durch den realen Einsatz in den Kliniken und den dort gemachten Erfahrungen fortlaufend weiterentwickeln.

 

Entwicklung

Mit der Kalkulation der Entgelte wurde das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) beauftragt. Das InEK begann 2011 die Daten freiwilliger Kalkulationshäuser (Krankenhäuser, die sich verpflichtet haben, regelmäßig Leistungs- und Kostendaten in einer bestimmten Form an das Institut zu übermitteln) zu sammeln und auszuwerten. Die betroffenen Krankenhäuser begannen also bereits 2010 mit den Vorbereitungen. Im Mai 2012 lag die erste Probekalkulation vor. Diese sollte vor allem sicherstellen, dass es technisch möglich ist, ein solches System zu entwickeln.

 

Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) wurde beauftragt Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) zu entwickeln. OPS-Kodes beschreiben einen Katalog von Maßnahmen unterschiedlicher Berufsgruppen, unter bestimmten strukturellen Bedingungen und sollen einen Ressourcenverbrauch abbilden. 2011 lag die erste Version vor. Auch dieses System wird ständig weiterentwickelt. So sind bis heute bereits eine Vielzahl neuer Kodes hinzugekommen, die den Leistungserbringern eine immer bessere Leistungsabbildung ermöglicht.

 

Umsetzung

2013 begann die Optionsphase, die sich nunmehr bis 2017 erstreckt. Die Kliniken können während dieser Phase nach dem neuen Entgeltsystem abrechnen, müssen es aber nicht. In der Optionsphase werden altes und neues System parallel geführt. Die Abrechnung erfolgt über die PEPP-Systematik, die Budgetverhandlung basiert auf Grundlage der bisherigen Vorgehensweisen (LKA). 

 

2018 muss jedes psychiatrische und psychosomatische Krankenhaus bzw. jede Einrichtung mit entsprechender Fachabteilung auf das neue System umsteigen. Bis Ende 2019 entstehen den Einrichtungen durch den Wechsel keine Gewinne oder Verluste, da die Umsetzung bis dahin budgetneutral bleibt. Ab 2020 entfaltet das neue Vergütungssystem seine ökonomische Wirkung.